Toll, blogg.de geht der Saft aus (lies: ist offline) und die halbe Blogosphäre ist nicht bzw. nur verzögert und mit zerschossenem Layout erreichbar, weil natürlich die Blogrolls alle vom selben Anbieter sind.
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Krank
Die DaimlerChrysler-Aktie legte nach der Meldung über den Stellenabbau um 3,9 Prozent zu.
Gerade im RTL Nachtjournal.
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Du bist Deutschland oder auch nicht
Ich mag Indymedia. Hier der Text »Du bist Deutschland – oder auch nicht« zu der aktuellen Kampagne »Du bist Deutschland« – die ich nebenbei bemerkt auch etwas merkwürdig, um nicht zu sagen lächerlich finde – mit den übersetzungen, was der Autor wirklich meint.
Die bisher zugänglichen Informationen sind eindeutig: Ab 19.56 Uhr wird zurück geschossen! Und zwar am 26. September 2005 in ARD und ZDF. Es geht diesmal nicht gegen Polen, sondern gegen die schlechte Stimmung im Lande.
Japp, gleich im Exzerpt ein Nazi-Vergleich.
Neben den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern haben sich zahlreiche andere Medien sowie Prominente in der Aktion »Du bist Deutschland« zusammengefunden und tun etwas. Allerdings nichts zur Lösung der Probleme, sondern nur gegen die schlechte Stimmung. Ein neoliberales Ideologieprojekt ist damit entstanden
Gut, das Wort »neoliberal« haben wir auch untergebracht. Gleich im ersten Absatz!
Wenn ARD und ZDF mit Werbespots die Aktion »Du bist Deutschland« eröffnen, dann beginnt damit ein Propagandafeldzug. Ein Volumen von über 30 Millionen Euro stellen 25 Medienunternehmen kostenlos zur Verfügung, um eine neue Aufbruchstimmung in Deutschland zu befördern.
Mit diesem Geld könnte man so viele Castor-Transporte finanzieren!
In zweiminütigen Werbespots sowie in Anzeigen wird die »größte Social Marketing Kampagne in der deutschen Mediengeschichte« (Presseinformation von »Du bist Deutschland«) durchgeführt. Denn Deutschland redet sich angeblich selbst schlecht, wie Dr. Bernd Kundrun von Gruner + Jahr meint.
Und wenn ich »angeblich« sage, dann meine ich das auch.
Der Leiter des ZDF-Hauptstadtbüros, Dr. Peter Frey, ergänzt: »Wir müssen Schluss machen mit Unsicherheit und Verzagtheit« und »jeden Einzelnen daran erinnern, dass sein Beitrag für dieses Land wichtig ist«. Das kann auch als Drohung aufgefasst werden.
Ich sehe schon den Einberufungsbefehl in meinem Briefkasten.
Bis Januar 2006 wird so unter Koordination der Bertelsmann AG und entwickelt von namhaften Werbeagenturen ein Trommelfeuer an Guter-Laune-Propaganda auf die Bevölkerung hernieder prasseln.
Gute Laune kostenlos? Gibt es in der Kapitalismusrepublik etwas kostenlos?
Mit dabei sind neben den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern auch Premiere, ProSiebenSat.1 und die RTL-Gruppe.
Die wollen doch eh nur wieder Geld verdienen.
An Gedrucktem mischen 14 Verlage mit, von Axel Springer
Natürlich!
und Heinrich Bauer
Wer sonst?
über die Frankfurter Allgemeine Zeitung
Klar.
bis zum Spiegel und dem Focus oder dem Süddeutschen Verlag, der WAZ-Gruppe und mehr.
Alle anderen neoliberale Verlage, die ich nicht aufgezählt habe, verstehen sich von selbst.
Mit dabei leider auch der Heise-Verlag mit seinem ansonsten sehr brauchbaren Internetmagazin Telepolis.
Verrat! Verrat! Wie könnt ihr nur!?
Ergänzt wird das Ganze durch Plakatwerbung, Kinospots und Internetauftritt (www.du-bist-deutschland.de).
Irgendwo muss das viele Geld ja auch verpulvert werden.
Inhalt ist ein Manifest für Deutschland
»Manifest« klingt immer gut, da könnte mehr dahinter stecken, als es wirklich der Fall ist.
, das von 30 mehr oder minder Prominenten unters Volk gebracht wird.
Und jetzt geht’s los!
Das Singemädchen Yvonne Catterfeld darf hier ebenso wenig fehlen
Erfolg macht sexy. Oder war das umgekehrt?
wie die Heulsuse Xavier Naidoo
Der hat sich ja auch kommerzialisieren lassen.
oder der Pseudowitzbold Oliver Pocher.
Wenn ich einen Witz nicht verstehe, dann war es kein Witz.
Was aber Marcel Reich-Ranicki geritten hat, sich unter diese Unnötigen zu mischen, das wird wohl auf Dauer unklar bleiben. Der Großmeister der deutschen Literaturkritik hätte ein besseres Umfeld verdient.
Reich-Ranicki hat sich ja auch noch nie zu Deutschland geäußert, warum also ausgerechnet jetzt mit dieser Kampagne?
Dass sich der früher Polenwitze verbreitende Dampfplauderer Harald Schmitt
Ich schreibe den jetzt absichtlich mit »tt« statt »dt«, damit seine Fans nicht diesen Text finden. Sonst müsste ich erklären, warum Witze nicht witzig sind.
und die Eishüpfdohle Katarina Witt
Die war mal eine so tolle Klassenkämpferin.
unter den Du-bist-Deutschland-Deutschen befinden, mag dagegen nicht überraschen. Auch Günter Jauch und der obermissmutige Oliver Kahn verwundern nicht.
Die tun alles für Geld.
Gerald Asamoah hätte aber wirklich lieber auf dem Spielfeld bleiben sollen, war er doch bisher ganz symphatisch.
Bevor er sich hierfür herabgelassen hat. Als Einwanderer, gemeinhin Ausländer genannt! Macht ja nichts, dass er sich hat einbürgern lassen und in der deutschen Fußballnationalmannschaft für Deutschland antritt und inbrünstig eine Version der deutschen Nationalhymne vor dem Spiel schmettert.
Sandra Meischberger und Reinhold Beckmann allerdings tauchen wahrscheinlich sofort freiwillig vor jeder aufgestellten Kamera auf.
Was erwartet man auch anderes von der Inkarnation des
BösenFernsehens?Nur Sabine Christiansen müssen wir im Reigen der Sprecher/innen des Manifestes für Deutschland vermissen. Und gerade die Chefplaudertasche des Neoliberalismus hätten wir hier doch erwartet.
Ha! Nochmal untergebracht!
Nicht unbescheiden rechnen die Verantwortlichen von »Du bist Deutschland« mit 1,6 Milliarde Kontakten durch ihre Aktion. Das heißt: Jede/r Einwohner/in soll 16mal durch die Aktion angesprochen werden.
Das ist Belästigung, dagegen müssen wir auf die Straße gehen!
Und wozu? Damit wir »wenn nötig auch auf Privilegien verzichten« (Edgar Medien AG im Medien-Infopaket)
Ich verzichte auf Nichts!
, indem wir mittels »Motivation durch Gefühle« (Western Star) »mit Optimismus, Veränderungsbereitschaft, Kreativität und Spaß« (Axel Springer) feststellen: »Es muss Schluss sein mit dem allgemeinen Lamentieren.« (Heinrich Bauer Verlag) Wichtig ist dabei das Fernsehen. Denn es »kann diese Botschaft emotional und glaubwürdig transportieren« (ProSiebenSat.1 Media AG). Dabei gilt: »Es ist Zeit, die ärmel hochzukrempeln und den Blick nach vorne zu richten.« (Ströer Out-of-home-Media)
Super, ich habe es geschafft, einen kompletten Absatz nur aus Zitaten zusammenzuschustern.
Die »Kommunikationsagentur« (früher hieß das Werbeunternehmen)
Ist aber auch egal, ist das selbe.
Jung von Matt bringt es dann doch noch auf den Punkt: »Diese Kampagne kann und wird keine wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder sozio-kulturellen Probleme lösen.« (ebd.)
Das ist eigentlich, was ich sagen will. Aber weil es schon jemand gesagt hat, muss ich eben viele Worte drumherum schreiben.
Es geht eben um Stimmungen, um neoliberales Wortgeklingel, um Ideologie.
Nummer Drei!
Die Botschaft hinter den ausgefeilten und wohlklingenden Sätzen ist klar: Jede/r kann sich gut fühlen, etwas leisten, ist seines/ihres Glückes Schmied,
Erstmal sanft einleiten…
ist an Arbeitslosigkeit und anderen Problemen selbst schuld,
…dann der erste Hammer…
hat gefälligst auch etwas für Deutschland zu tun.
…der zweite…
Und Deutschland, das ist immer der Wirtschaftsstandort, also der Umsatz, der Profit;
…der dritte…
das bedeutet im Einzelnen: Senkung der so genannten Lohn-Nebenkosten, Absenkung der Einkommen, Verringerung der Sozialleistungen, Verteilung der Risiken auf den Einzelnen und so weiter.
…und jetzt gebe ich euch den Rest. Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, lies weiter.
Dass das Pressebüro von »Du bist Deutschland« ausgerechnet in der Berliner Tucholskystraße sitzt, darf als unfreiwillige Satire gewertet werden
Jetzt konzentrieren wir uns zum Schluss noch auf Nebensächlichkeiten.
, hätte der große Tucho
Jaha, ich habe sogar einen tollen Spitznamen für ihn!
doch ganz bestimmt herzerfrischenden Sarkasmus
…also das Gegenteil meines Textes…
über dieses neoliberale Ideologieprojekt ausgegossen.
Nummer Vier! Und zum zweiten Mal in Verbindung mit »Ideologie«!
über jenes Projekt, das so hervorragend zum allgemeinen Angriff der Markextremisten passt
Ich weiß, dass wir inzwischen den Euro haben.
, die alle Lebensbereiche und damit auch unser Denken und Empfinden, unsere ganze Persönlichkeit nach ihren Bedürfnissen ausrichten wollen.
Bei mir haben sie immerhin bewirkt, dass ich wieder einmal Phrasen unters Volk mischen konnte.
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Drei Stunden
Wer hier klickt kann sehen, was ich so mache, wenn ich nicht ins Bett will. 😉 Dahinter stecken über drei Stunden Arbeit; um das noch erwähnt zu haben…
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Uma
Auch nett, mit meiner kleinen Uma Thurman Fansite auf Platz 2 bei Google zu sein, gleich hinter IMDb.
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Mehlwürmer/-käfer
Mehlwürmer können den Zwergbandwurm Hymenolepis nana auf den Menschen übertragen. Daher sollte man keine Mehlwürmer roh verzehren.
Quelle: Wikipedia
Mehlwurm
Geklaut bei WikipediaBrrrr, igitt. Ich habe vor einigen Tagen an einer lange unbeobachteten Stelle Larvenhäute und drei, vier lebende Larven entdeckt, brutal ermordet und den Bereich großräumig gereinigt. Leichtgläubig, wie ich bin, dachte ich, es hätte sich damit erledigt. Gestern habe ich bei der Nachkontrolle zwei Mehlkäfer, wie ich seit gerade weiß, eine größere Larve und wieder unzählige Häute selbiger entdeckt.
Der Witz an der Sache ist, dass das bisschen Mehl, das ich bevorrate, vollkommen schädlingsfrei ist, Müsli und Cornflakes sind luftdicht verpackt und anderes für diese Tiere geeignetes Material ist nicht vorhanden – ich bin ja schließlich ein Mensch mit Hang zum Tiefgefrorenen. Sicherheitshalber habe ich das Mehl zwar in die Tiefkühltruhe gestellt – man soll anscheinend unbefallenes Mehl, so eine Schädlingsbekämpfungswebsite, für mindestens drei Tage einfrieren –, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass die Quelle des übels irgendwo vollkommen anders liegt.
Wie dem auch sei, wer mich kennt, weiß, wie ich auf ungebetene Besucher mit sechs bis acht Beinen reagiere. Erst werde ich panisch, schlage in erster Verzweiflung alles tot, was sich im Umkreis von zwei Metern befindet, entwickle einen nie dagewesenen Putzfimmel, besinne mich und gehe mit der Taschenlampe auf Spurensuche, um dann bei erneuten Funden die Reaktionskette von vorne durchzugehen. In meiner letzten Urlaubswoche wird mir also nicht langweilig werden.
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Der Wunschzettel
In etwa zwei Wochen jährt sich meine Geburt einmal mehr, also ist mal wieder ein kleiner Wunschzettel beim
eigentlich verhasstenMarktführer angesagt. Dieses Mal sind da tatsächlich nur Sachen drauf, die ich mir ohne diesen Anlass demnächst auch selbst kaufen würde, also keine falsche Scheu.(Ach, auf die Frage, warum ich das im Weblog veröffentliche: Damit erreiche ich die meisten Menschen, die mir vielleicht was schenken wollen. Lustig, gell?)
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Jumper
Das ist übrigens Jumper, zum Zeitpunkt der Aufnahme (16 Wochen alt) bei meiner Mutter in der Wohnung, zurzeit im Wohnmobil in Kroatien unterwegs, danach im kalten Norden beheimatet. So friedlich, wie er vielleicht auf dem Bild aussieht, ist er natürlich nicht, sondern ein richtig freches, süßes kleines Kind, das seine Grenzen austestet – der Name wurde nicht zufällig gewählt. Herzallerliebst, und hätten die Katzen mich nicht mit 3:1 überstimmt, wollte ich auch sowas. 🙂 -
Erkenntnisse VI
Erstens. Heimaturlaub ist schön. Familie und Freunde treffen, billig Zigaretten in Tschechien kaufen, Haare abschneiden lassen, endlich neue Schuhe kaufen, mit Tempo 200 auf der Autobahn fahren.
Zweitens. Es ist möglich, fast eine Woche komplett ohne Internet zu leben. Ehrlich.
Drittens. Jamaica muss das neue Massenurlaubsziel der Deutschen sein. Oder warum reden auf einmal alle davon?
Viertens. Aber natürlich freut es mich, dass die Freie Demokratische Partei so fantastisch abgeschnitten hat. Hätte ja niemand für möglich gehalten, dass Guido Westerwelle mit seinen peinlichen Auftritten tatsächlich die Jungwähler mobilisieren kann. Oder lag es letztendlich doch nur daran, dass die FDP das sagt, was jeder zehnte Deutsche für richtig hält?
Fünftens. Altbundeskanzler Schröder wäre gut damit beraten, etwas weniger zu taktieren.
Sechstens. Eigentlich glaube ich, dass die FDP nur so gut abgeschnitten hat, weil man von ihr in den letzten drei Jahren nichts gehört hat. Als einziger Partei kann man den Liberalen so nichts vorwerfen. Und was nicht negativ ist, ist bei der Auswahl, die man dieses Jahr realistischerweise hatte – seien wir doch mal ehrlich – positiv.
Siebtens. Vielleicht sollte ich meinen nächsten Urlaub in Jamaica verbringen.
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Sprachpanscher, elende
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